Ein Leben nach Bergzeit, nicht nach Bürozeit
Wie Fotograf Didi Körbler sein Leben nach Gipfeln, Weitblick und guten Menschen ausrichtet – und dabei Bilder schafft, in denen man das Kribbeln der Berge spürt.

Didi Körbler ist einer, der sein Leben dorthin verlegt hat, wo es sich für ihn richtig anfühlt: in die Berge. Ursprünglich aus Graz, hat er seine Zelte abgebrochen und den Lungau zu seinem Zuhause gemacht – inzwischen mit starkem Bezug auch zum Pongau. Sein Alltag folgt einem einfachen Muster: Natur, Sport und Fotografie sollen möglichst nah beieinander liegen. Statt Pendeln ins Büro steht heute meist der erste Blick am Morgen in Richtung Gipfel.
Bevor er mit der Kamera sein Geld verdiente, war Didi in der Softwarebranche unterwegs. Technischer Background, Bildschirm, Meetings – ein Leben, das mit dem heutigen kaum mehr etwas zu tun hat. Aus der anfänglichen Leidenschaft für Landschaften, Lichtstimmungen und Wetterlaunen wurde Schritt für Schritt ein Beruf: Heute fotografiert er vor allem Sport und Tourismus – von Hotels und Skigebieten über Athletinnen und Athleten bis hin zu Betrieben, die mitten in der Natur arbeiten, etwa Kieswerke.
„Ich will Bilder machen, bei denen man das Kribbeln in den Beinen spürt – so, als stünde man selbst kurz vor dem nächsten Schwung.“Didi Körbler
Sport, Leben und Fotografie in einem
Wer mit Didi unterwegs ist, merkt schnell, wie eng sein Leben, der Sport und die Fotografie miteinander verwoben sind. Mountainbiken, Paragliden, Skifahren, Freeriden, Bergsteigen, Klettern – das ist für ihn kein Ausgleich nach der Arbeit, sondern Teil seines Alltags. Er weiß, wie sich eine steile Flanke in den Beinen anfühlt, wie der Wind vor dem Start mit dem Schirm steht oder wie wenig Zeit zwischen zwei Toren im Riesentorlauf bleibt. Seine Bilder tragen genau dieses Gefühl in sich: nah dran, dynamisch, mit echtem Kribbeln statt bloßer Inszenierung.


Drohnenpilot bei den Red Bull X-Alps
Zu seinen großen Highlights zählt die Begleitung der Red Bull X-Alps als Drohnenpilot. Tage voller Konzentration, Müdigkeit und Adrenalin, Athleten, die zu Fuß oder mit dem Schirm quer über die Alpen unterwegs sind, ständig wechselnde Bedingungen – und trotzdem muss am Ende jedes Bild sitzen. Diese Mischung aus technischer Herausforderung, körperlichem Einsatz und kreativer Freiheit beschreibt ziemlich genau das Umfeld, in dem Didi aufblüht.
Unvergessen ist für ihn auch ein Shooting in einem extrem steilen Hang. Gemeinsam mit einem Bergführer seilt er sich in die Flanke ab, sucht mit klopfendem Herzen die perfekte Perspektive, fokussiert auf Bildaufbau, Schneestaub, Timing. Als das Foto im Kasten ist und er fragt: „Wie kommen wir jetzt wieder raus?“, kommt die trockene Antwort: „Wir fahren runter.“ Für seine damaligen Skiskills lag das weit jenseits der Komfortzone, jeder Schwung war ein kleiner Sprung ins Unbekannte – aber unten wartete dieser Mix aus Erleichterung, Stolz und purem Stoke. Genau diese Emotionen möchte er in seinen Bildern spürbar machen.
„Meine Fotos sollen so sein wie ein guter Tag am Berg: anstrengend, ehrlich und mit einem breiten Grinsen am Ende.“Didi Körbler
Leben, wo andere Urlaub machen
Was er an seinem Beruf am meisten schätzt, ist die Freiheit. Didi ist nicht an ein Büro oder eine bestimmte Stadt gebunden, seine Jobs sind dort, wo er gerade ist: am Berg, im Skigebiet, beim Event, im Steinbruch. Er richtet seinen Wohnort nach seiner Freizeit und den Menschen, mit denen er seine Zeit verbringen möchte – nicht nach einem Firmensitz. Leben, wo andere Urlaub machen, und dort arbeiten, wo sich gute Projekte und gute Lines treffen: Das ist für ihn gelebter Alltag, kein Slogan.
Sein Credo ist dabei erstaunlich einfach: Zeit sinnvoll nutzen und sie mit Menschen verbringen, mit denen man gerne unterwegs ist. Ob mit bekannten Persönlichkeiten oder mit lokalen Sportlerinnen und Sportlern – wichtig ist, dass die Chemie stimmt und Bilder entstehen, die sich so anfühlen wie der Moment, in dem sie entstanden sind. Beruf und Privatleben sind bei Didi kaum zu trennen – und vielleicht macht genau das seine Fotografie so lebendig.
„Wenn ich eines gelernt habe, dann das: Lebenszeit ist das, was zwischen zwei Gipfeln passiert – dort, wo Herzklopfen, Weitblick und gute Menschen zusammenkommen.“Didi Körbler
Noch mehr Einblicke gibt’s auf Instagram: @didi.koerbler


